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  1. Jan 2020
    1. Weil sich die Subjektivitäten im Wandel befinden? Auseinander schwärmen?Weil die Abwehrmechanismen gegenüber Veränderungen durch Unsicherheit so stark sind. Mehrheiten für eine Perspektive radikal anderer Vergesellschaftungsweise – wie Postwachstum – sind derzeit nicht zu bekommen. Es geht jetzt eher darum: Wer könnte mobilisiert werden, um gemeinsam eine Bewegung zu tragen, die die soziale und die ökologische Frage zusammendenkt, als Minderheitenbewegung?Und dann, wenn sich eine Postwachstumsbewegung durchsetzt? Sind wir 2059 alle Protestanten, die ihr Begehren im Zaum halten und Verzicht üben?Diese Aversion gegen Verzicht und Verbot ist Teil unserer Wachstumssubjektivität.Muss denn verzichtet werden? Das Begehren kann doch weiter nach vorne, nach oben gerichtet sein: Fortschritt muss doch nicht automatisch mit einem „mehr“ an Wachstum einhergehen.Ich glaube, es gibt eine enge Kopplung von „vorne“ und „mehr“, Fortschritt und Wachstum. Unsere persönliche Entwicklung nennen wir „Wachstum“! Wir „wachsen“ mit unseren Herausforderungen. Das steckt tief in uns, quasi in den Kinderschuhen. Man muss das Register aber wechseln, es braucht eine radikale Verschiebung der Vorstellungswelt, damit man sich ein Voranschreiten ohne Wachstum vorstellen kann.Mag sein, aber ich will nicht verzichten.Ich kann mich davon auch nicht freisprechen. Ich will auch nicht verzichten. Deshalb sind wir ja alle geneigt zu sagen: Ach, es geht doch gar nicht um Verzicht beim Postwachstum, sondern nur um ein Umdenken, um ein anderes Bild vom guten Leben. Nun ja. Im Nachhinein werden wir das vielleicht so sehen können. Aber jetzt, heute, ist es halt doch genau das: Verzicht! Da gibt’s kein Herumreden.