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  1. Last 7 days
    1. Mit den Milliarden der Militärforschung könnten solche Autonomiekonzepte marktfähig werden und dabei auch der deutschen Industrie einen Schub geben. Der Bedarf für solche funktionierenden, komplett unabhängigen Energiesysteme kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Nicht nur in Krisen oder Konfliktgebieten wären sie wertvoll, sondern auch für abgelegene Regionen in europäischen Ländern oder im Globalen Süden. So könnte aus dem militärischen ein ziviler Nutzen entstehen. Wenn die Armee mit Milliarden aufrüstet, sollte sie jeden Euro in Unabhängigkeit investieren.

      Es wird hier von Autonomie und Unabhängigkeit gesprochen und der Eindruck erweckt, dass es möglich wäre "unabhängige [Energie]Systeme" zu gestalten. Als materielle Infrastruktur sind sie selbst ein Produkt von Produktion und gesellschaftlicher Organisation und damit abhängig von dem mobilisierten Wissen, der aufgebrachten Arbeit und von den eingesetzten physischen Ressourcen entlang der Lieferkette.

      Die vermeintliche Unabhängigkeit entlarvt sich dadurch als Kind vieler Ketten von Abhängigkeiten. Welche Auswirkungen hat das auf unser politisches Verständnis von "Sorgenetzwerken"?

  2. Jan 2026
    1. Es ist falsch, weiter darauf zu pochen, dass wir ein gerechteres, rationaleres, ökologischeres und besser allokierendes System aufbauen können, wenn die Kapitalisten doch selbst den Markt nicht mehr in erster Linie als Allokationsinstrument sehen. Sie präsentieren den Markt vielmehr als Mittel, um die Bedürfnisse zu befriedigen, die wir entwickelt haben

      Welche neu produzierten Bedürfnisse könnten wir uns sparen, von deren Befriedigung wir abhängig scheinen?

      Ist das auch eine Frage in der Suffizienzdebatte oder bei Postwachstumsökonomien?

    2. Kapitalisten und Leute wie Friedrich Hayek und Ludwig von Mises, später auch James M. Buchanan, meinten, dass der Markt besser ist als jedes rational gelenkte System. Sie warnten, dass der Sozialismus nur zu Gulags führt und Ressourcen nicht effizient verteilen kann. Eine zentrale Planung würde mit Verschwendung und Ineffizienz einhergehen und das im Markt zirkulierende Wissen – implizit und explizit – könne von den zentralen Planern nicht vollständig erfasst werden, was dann zu schlechteren Ergebnissen führe.
    3. Das hat mit einem Umdenken über die Rolle des Marktes im demokratischen Kapitalismus zu tun. Der Markt wurde neu konzipiert – nicht nur als effektiveres System zur Verteilung von Gütern, sondern auch als System zur Befriedigung der tiefsten Sehnsüchte von individuellen Verbrauchern und Unternehmern. Er ist zu einem politischen System geworden, das es uns ermöglicht, uns zu komplexeren Subjekten zu entwickeln, indem wir ständig neue Produktionstechniken erleben, neue Konsumarten ausprobieren, neue Geschmäcker entwickeln und artikulieren, mit verschiedenen Identitäten experimentieren und sowohl als Verbraucher als auch als Unternehmer ein gewisses Maß an Souveränität über unser Leben ausüben.
    4. Sozialisten sagen, dass wir zwar planen oder eine Art Marktplanungsprozess nutzen können, aber letztendlich geht es darum, Güter so zu verteilen, dass diese Verteilung oder Allokation nicht vom Marktwettbewerb abhängt. Das Vertrauen in die Planung würde demnach zu einer rationaleren, effizienteren und sozial gerechteren Allokation der Ressourcen führt – das Verteilungsproblem wird gelöst.
    5. Was oft nicht diskutiert wird, ist, dass die Entwicklung des Technologiesektors und die wachsende Abhängigkeit unserer Volkswirtschaften von diesen Diensten zu einer Kolonialisierung Europas führt. Nicht nur Lateinamerika und Afrika sind Peripherien – auch Europa ist inzwischen Peripherie. Die Rechnungen, die wir an diese Technologieunternehmen zahlen, steigen jedes Jahr rapide an, siehe Cloud-Investitionen und ähnliche Dienste, die Unternehmen und Gesellschaften immer mehr kosten.
    6. Wenn mehr Stablecoins auf den Markt kommen, werden einige große Unternehmen wie Amazon mehr davon haben als andere, und die Währungen dieser Unternehmen werden dann gegenüber anderen bevorzugt werden. An diesem Punkt erleben wir den Aufstieg einer Art autonomer Währungsmacht – einer ökonomischen Macht außerhalb der Kontrolle des Staates. Das ist die Art von Entwicklung, die ich im aktuellen System angelegt sehe.

      Privatisierung des Geldes

    7. Die Rolle des Staates im Kapitalismus besteht darin, den Wettbewerb zwischen Kapitalisten zu regulieren. Ohne die Vermittlung durch den Staat gibt es keine Möglichkeit, diesen Wettbewerb zu ordnen. Und nun haben wir eine Schwächung der Leistungsfähigkeit des Staates, diesen Wettbewerb zu moderieren. Die neuen Kapitalisten ändern die Regeln selbst und erlangen damit eine gewisse Art von Souveränität.
    8. Ich will vielmehr sagen, dass sich die Kapazitäten und die Leistungsfähigkeit des Staates in den vergangenen Jahren auf ziemlich überraschende Weise stark verändert haben. Diese Veränderung stellt die Position des Staates an sich infrage.

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    1. Rechnungswesen Die Buchführung und das Rechnungswesen im Bereich der kaufmännischen Steuerung und Kontrolle umfassen die systematische Erfassung und Verbuchung von finanziellen Transaktionen eines Unternehmens. Durch die doppelte Buchführung werden Buchungssätze erstellt, die die Auswirkungen auf verschiedene Konten dokumentieren. Dies bildet die Grundlage für die Erstellung von Finanzberichten wie Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung. Die Buchführung ermöglicht nicht nur die gesetzliche Erfüllung von Vorschriften, sondern unterstützt auch das Controlling durch aussagekräftige betriebswirtschaftliche Auswertungen. Damit trägt sie wesentlich zur finanziellen Steuerung und Kontrolle eines Unternehmens bei.
    2. Controlling Die nächste wichtige Säule für die Prüfung im Bereich kaufmännische Steuerung und Kontrolle ist das Controlling. Hier geht es um Soll-Ist-Vergleiche sowie die Feststellung und Kommunikation von Abweichungen. Kennzahlen müssen ermittelt, aufbereitet und beurteilt werden. Als Ergebnis werden Statistiken und Berichte erstellt.
    3. Finanzbuchhaltung Die Finanzbuchhaltung umfasst das Erfassen und Kontieren von Belegen sowie deren Buchung auf Bestands- und Erfolgskonten. Ein Bereich der Finanzbuchhaltung ist die Kontokorrentbuchhaltung. Zahlungseingänge werden überwacht und Zahlungsausgänge veranlasst. Zahlt ein Kunde nicht pünktlich, kommt es auf die entsprechenden Maßnahmen an. Dazu gehört unter anderem die kaufmännische Mahnung.
    4. Rechnungswesen Eröffnungsbilanzkonto und Schlussbilanzkonto Abschreibungen Kosten- und Leistungsrechnung Finanzbuchhaltung Bestandskonten Zusammengesetzte Buchungssätze Einfache Buchungssätze Geschäftsfälle Controlling Controllinginstrumente und -methoden Budgetierung und Planung Kennzahlensysteme und Reporting
    1. “the line dividing the symbolic and material aspects of mobilization, becomes less clear when digital technologies are both the means of expression and the expression itself” – which is both an advantage and a challenge

      What does this mean?

    1. What becomes evident, then, is that the conditions of social life facilitated through the internet will not be determined by code or UX alone. They are shaped by collective habits, regulatory pressure, and a cultural willingness to accept friction in exchange for autonomy. Individual acts of departure remain difficult and often stagnate. Structural change requires coordination beyond personal choice. The question is no longer whether alternatives are possible; they already exist, but whether we are prepared to reorganize our everyday online practices around them.
    1. das Leben des Dividuums ist meistens gar nicht so spannend und selten heldenhaft, aber erstens braucht es Geschichte, um zu planen, denn ohne Geschichte, ohne einen Ausgangspunkt und einen Pfad, kann man sich nicht in die Zukunft entwerfen. Der zweite Grund ist, dass sich das Divdiuum ohne die eigene Geschichte nicht von der Welt und vor allem den Erwartungen der anderen abgrenzen kann. Die eigene Geschichte ist immer eine Abgrenzungsgeschichte.
    2. Hier ist die Schwierigkeit: Es braucht immer ein aktives „Nein“, um einen Pfad zu verlassen und dieses „Nein“ muss die Kosten der Pfadabweichung immer mit einpreisen. Deswegen gelingt das „Nein“ nur, wenn das Dividuum es schafft, einen alternativen Pfad emotional zu inszenieren, also zu imaginieren und ihn dem aktuellen Pfad vorzuziehen. Doch selbst wenn das gelingt: an den Schmerzen führt kein Weg drumrum.
    3. Emotion ist inszenierter Reiz und sie ist gleichzeitig die Proto-Semantik, von der alle Semantik stammt. Und das heißt, das alles, was wir tun, alles, was wir sagen, nicht nur durch unseren Ort, sondern auch durch Emotion „gegrounded“ ist. Und weil aber Emotion immer schon eine Inszenierung, d.h. eine Iteration als Wiederholung in der Differenz ist, ist sie immer schon semantisch. Deswegen reicht es, Körperhaltungen, oder die Angst in Gesichtern zu sehen, um Schmerzen in uns auszulösen. Empathie bedeutet, den Schmerz oder den Genuss des Anderen in uns selbst inszenieren.
    4. Descartes kleiner Trick war, einfach so zu tun, als gäbe es die Sprache nicht – also diese externe Infrastruktur, mit der er seine Gedanken organisiert und ohne die er nichts wüsste vom „Ich“, vom „Denken“ und vom „Sein“. Das ermöglicht ihm, sein Denken („Res Cogitans“) von „dem Außen“ („Res Extensa“) abzutrennen und damit den Widerspruch von Geist (Vernunft/Intellekt) und Welt zu behaupten. Dadurch wurde auch die Illusion des infrastrukturfreien Sehens möglich, der Blick von nirgendwo, der objektive Blick, der – wie wir alle wissen – der einzig vernünftige Blick ist. Der Descartes-Trick funktioniert für alle Infrastruktur, denn genau betrachtet ist nicht nur unser Denken, sondern auch unser Handeln immer infrastrukturvermittelt. Wir können nicht denken oder tun, was wir wollen – nicht mal wollen, was wir wollen – denn wir sind immer an einem ganz konkreten Punkt in der Welt mit ganz konkreten, materiellen und semantischen Pfadgelegenheiten, die uns zu einem konkreten Zeitpunkt zur Verfügung stehen.
    5. Der Subjektentwurf des „Individuums“ kann überhaupt erst plausibel werden, wenn einen die Welt mit einen bestimmten Threshold an Pfadgelegenheiten ausstattet. Das heißt, man muss sich bestimmte Subjektentwürfe leisten können und viele Subjektivierungs-Pfade stehen aus bestimmten Perspektiven überhaupt nicht zur Verfügung oder sind nicht plausibel.
    6. Wenn Bedeutung stetiger Aufschub, aber dabei stets situiert ist, dann passiert Schreiben, Sprechen, Denken immer an einem ganz bestimmten Punkt eines ganz spezifischen Kontextes. An diesem je spezifischen „Hier und Jetzt“ gibt es immer nur eine überschaubare Zahl an plausiblen Pfadgelegenheiten, von denen man sich von einer zur nächsten stürzt. Wenn man dann die Zeit anstellt, bewegt sich der Punkt durchs Netzwerk und wird zur Linie, bzw. ein Pfad oder eine Route.
    1. Aber man muss verstehen, dass man nicht eins nach dem anderen machen kann. Der Versuch eine Sache zu verändern, setzt sich auf unvor-hersehbare Weise kaskadenartig fort, wenn man sich nicht um die vielfältigen Faktoren kümmert, die relevant sind. Und hier kommt dann die Theorie ins Spiel.
    2. Der erste Schritt ist also zu verstehen, welche die gesellschaftlichen und welche die natür-lichen Einschränkungen sind, oder welche wir potenziell überwinden können, indem wir verändern, wie wir miteinander umge-hen, und welche wir nicht verändern können.
    3. – sagt, Praktiken sind die Grundlage gesellschaftlicher Beziehungen, die wiederum die Grundlage der Struktur sind. Und dann ist die Struktur dynamisch und erzeugt das System. Wenn man also Strukturen und Systeme verändern will, dann ist es wirklich wichtig, bei den Praktiken an-zufangen. Denn wenn die sich ändern, ändern sich die Beziehungen und dann muss sich die Struktur ändern, weil diese neuen Beziehun-gen gegen die Art und Weise eingegangen wurden, in der das System in der Vergangen-heit funktioniert hat. Versucht man Verände-rungen von oben nach unten durchzusetzen, aber die Praktiken bleiben wie sie waren, dann wird die Veränderung nicht nachhaltig sein. Sie ist nicht dauerhaft, weil die Leute in die Praktiken zurückfallen, in denen sie vorher schon befangen waren.Indem wir uns auf eine solche Weise organi-sieren, befördern wir einen Prozess, in dem wir alle feststellen können: Für mich gibt es nicht nur den Moment, in dem ich plötzlich alles anders sehe, sondern in dem ich auch die Gelegenheit habe, mich anders in der Welt zu verhalten, mich in Beziehungen anders zu verhalten. Denn das Ein und Alles der Be-wegungsarbeit ist es, neue Weisen zu finden, miteinander in Beziehung zu treten, und das dann in etwas sehr umfassendes und kollekti-ves zu verwandeln. Dann kann man gemein-sam Druck nach vorn aufbauen
  3. Dec 2025
    1. Email is a wonderful thing for people whose role in life is to be on top of things. But not for me; my role is to be on the bottom of things. What I do takes long hours of studying and uninterruptible concentration. I try to learn certain areas of computer science exhaustively; then I try to digest that knowledge into a form that is accessible to people who don't have time for such study.
    1. Grundsätzlich sind wir alle Akteure, weil wir alle die Möglichkeit haben, auf das System Einfluss zu nehmen. Aufgrund der beschriebenen Komplexität können schon kleine Veränderungen einen großen Unterschied machen. Wenn wir uns selbst und uns gegenseitig dazu befähigen, andere Praktiken zu etablieren, kann das bereits zu einem positiven sozialen Wandel führen.
    2. Wir sind jetzt in einer Phase, in der wir damit spielen, welche Strukturen wir aufgeben und welche nicht. Weil der Rahmen aber nicht festgelegt ist, führt das dazu, dass wir uns ungebunden fühlen und nicht mehr wissen, wer und was wir sind. Was wir brauchen ist eine freie Gesellschaft, die es erlaubt, man selbst zu sein, die aber zugleich strukturiert genug ist, dass die individuelle Freiheit auf eine Art und Weise besteht, die für einen selbst und für andere sinnvoll ist.
    1. In this paper, I will argue that we need to consider the ‘change-makers’if we want to provide a comprehensive theory of persistence. The clas-sical theories of persistence, endurantism and perdurantism in all theirflavours, are content with avoiding the looming contradiction in the con-text of Leibniz’s Law. They do not account forhowchange is broughtabout. I argue that this is not sufficient to constitute a theory of persis-tence and I will introduce produrantism as a new access towards a com-prehensive approach.
    1. Clip 4

      click moment: suddenly was, looked different

      but given an opportunity to act on that

      act on the world differently

      act in the world differently

      act in relations to others differently

      that's the heart and soul of movement work

      finding new ways of relating to each other and building on that,

      building that into something where it's very broad and collective

      and then you can press forward together

    2. Hinzu kommt, dass Akteur:innen von den sozialen Systemen geprägt werden, in die sie eingebunden sind. Wir „passen“ uns in die Nischen gesellschaftlicher Strukturen ein, indem wir die Regeln verinnerlichen, die für unsere jeweiligen gesellschaftlichen Positionen entscheidend sind – es ist eben unvermeidlich, dass wir uns zu den herrschenden Bedingungen mit anderen koordinieren. Sich auch nur vorzustellen, aus dem System auszubrechen oder es maßgeblich zu beeinflussen und zu verändern, ist deshalb nicht einfach.
    3. Auf welcher Grundlage nehmen wir auf jene gesellschaftlichen Systeme Einfluss, die Koordination ermöglichen – vor allem, wenn deren Störung zunächst eine Verschlechterung bewirkt, bevor es besser wird?

      Siehe auch die Graphik, dort …