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  1. Jan 2018
    1. Zu selten zielen Gewaltpräventionsprogramme ab auf die Lebenswelt der Adressaten und derensozialen Kontext und damit auf milieuorientierte, sozialstrukturelle und institutionelleVeränderungen. Schulentwicklungsprogramme wären im Prinzip als mustergültige Ansätze zuverstehen, da sie versuchen, das gesamte pädagogische Geschehen im Sinne einespädagogischen Klimas zu gestalten, das indirekt gewaltpräventiv wirken kann; allerdings ergebensich bei der Umsetzung und Realisierung doch erhebliche Probleme.
    2. Der klassische Konflikt zwischen den Angehörigen der beiden wichtigen pädagogischenProfessionen, den SozialarbeiterInnen und den LehrerInnen, muss aufgelöst und in produktivesZusammenarbeiten umgewandelt werden: beide arbeiten am Klienten und müssen synergetischeEffekte bewirken. Dies bedarf auch gewisser Anforderungen an die Institution Schule, anLehrerInnen, Schulleitung, die einen wesentlichen Teil zum Gelingen beitragen kann, soll und mussund sich hin entwickelt in Richtung „Soziale Schule“. Dies wird nur möglich sein über gemeinsamekooperative Aktivitäten und der Schaffung einer positiven Schulkultur.
    3. LehrerInnen wollen, dass die SozialarbeiterInnen möglichst schnell, unkompliziert und ohneStörung des schulischen Ablaufs ein fertiges Produkt liefern – pflegeleichte, sanfte, friedliche,zufriedene Schüler. Eigene wie auch systemische Anteile an einem solchen projektiven Gelingen
    4. Wenn Ansätze der Gewaltprävention nicht nur instrumentell als Technikenangewendet werden sollen, bedürfen sie der Erdung in spezifischen Haltungen undOrientierungen. Diese entscheiden wesentlich über das „Klima“ und die „Atmosphäre“ in Schuleund Bildungseinrichtungen.
    5. Gewaltphänomenewerden oftmals von den Pädagogen vermutet oder sind ihnen auch bewusst und bekannt, man istaber nicht bereit oder in der Lage für entsprechendes hilfreiches Handeln und Tun.
    6. Das Konfrontative Interventionsprogramm setzt auf Erfahrungen, dass gewaltbereite Schüler undJugendliche oft nicht mehr mit herkömmlichen pädagogischen Möglichkeiten und Maßnahmeneiner „Verständnispädagogik“ zu erziehen sind. Grundannahme ist, dass nur durch direkte undunmittelbare Konfrontation der gewaltbereiten Jugendlichen mit ihrem nicht akzeptierbarenVerhalten durch die Institution und die sie vertretenden Personen eine Veränderung möglich ist.Konsequenzen für den Umgang mit Gewalt – Situationen sind z. B. für die Pädagogen undPädagoginnen die Klarheit in der pädagogischen Haltung, unbedingte Konsequenz im Handelnund Konsens in der Erziehungseinrichtung mit den anderen Kollegen und Kolleginnen. Diesebeziehen sich auf die Bereitschaft Gewalt sehen zu wollen und auch einzugreifen, auf den Schutzund Stärkung der Opfer und darauf, dass die Bilanz der Täter nicht aufgehen darf.