58 Matching Annotations
  1. Jul 2022
    1. Allerdings bekämpft man damit nicht schon zugleich den Antisemitismus. Gerade indem diese Beiträge zeigen, wie man den Antisemitismus besser, ja, allein erkennt, stellen sie die Frage scharf, die die kritischen Hermeneutiker*innen sich nie stellen müssen, weil sie immer schon beides zugleich zu leisten beanspruchen: in welchem Verhältnis Erkennen und Bekämpfen zueinander stehen.

      Wenn sich das bloß gegen diejenigen wenden soll, die durch ihre Hermeneutik auf individuelle Absichten zurückgehen wollen, fair enough. Ich werde aber den Eindruck nicht los, dass Menke sich hier überhaupt gegen jede Kritik im Handgemenge positioniert. Als könne sachliche Darstellung nicht mit Denunziation einhergehen.

    2. Man kann nicht anti-antisemitisch in beiden Bedeutungen zugleich sein. Entweder man betreibt kritisch aufdeckende Hermeneutik – dann bleibt man in einem diskursiven Raum mit der anderen Position. Oder man identifiziert eine Position als antisemitisch – dann bekämpft man sie als unbedingt böse.

      Die Position ist unbedingt böse. Nicht derjenige, der sie vertritt.

    3. diejenigen, die Institutionen und Personen in Israel im Namen des Antirassismus boykottieren wollen, in Wahrheit Antisemit*innen sind

      Das behauptet der Anti-Antisemitismus doch gar nicht zwangsläufig. Die Behauptung ist, dass die Logik des geforderten Boykotts Israels antisemitisch ist.

    4. Wenn die Positionen, gegen die sich das Heft wendet, nicht pro-antisemitisch sind, dann muss anti-antisemitisch zu sein etwas anderes meinen und fordern, als – endlich! – entschlossen und mutig der antisemitischen Propaganda, Hetze und Gewalt entgegenzutreten.

      Hä!

  2. Jun 2022
  3. May 2022
    1. Oder müsste es nicht vielmehr heißen, so manche Kunstfunktionäre laden gern ein, wer den eigenen stereotypen Vorstellungen einer Kritik an „dem“ Kapitalismus und Israel entspricht. All die anderen vermögen sie oft nicht, als „authentische“ Subjekte zu erkennen.

      True

    2. trotz ihrer antiimperialistischen Positionen

      lel

  4. Apr 2022
    1. Dazu fügt sich das Wort viel zu passgenau in das Weltbild der Konsument:innen dieser Medien ein. Die lassen sich von B wie bento bis Z wie ze:tt liebend gern ihr Lebensgefühl verkaufen, als Gymnasiast:innen besser als der Pöbel zu sein.

      !

    2. All die Eigenschaften von Männlichkeit, die giftige, tödliche Konsequenzen für Frauen und für sich selber haben, glaubten diese eher gebildeten Männer in jenen Männern wieder zu erkennen, von denen sie sich ja eh abgrenzten.

      Habe nicht viel zu toxischer Männlichkeit gelesen aber da hätte ich nicht (zuerst) dran gedacht. Dachte an Männer aus der Mittelschicht, der Vorstadt, erfolgreiche Workaholics und Incels.

    1. representing

      Really? Die alten Stammwähler ja wohl nicht.

    2. represented by academics

      Ist das nicht in jeder Partei so?

    1. Dass Deutschland als Vorreiter der kapitalentsprungenen Barbarei fungiert, war für Bruhn fraglos, ebenso, dass deren ­Begriff eine wesentlich internationale Konstellation bezeichnet

      Wie ist "internationale Konstellation" gemeint?

  5. Mar 2022
    1. Nur das könnte ihn dazu bewegen, sich womöglich ein gewisses Maß an Zurückhaltung aufzuerlegen.

      Müsste ihn das seiner angeblichen Egomanen-Logik nicht nur weiter zur Eskalation treiben? Ich will nicht sagen, dass es Russland nicht zu Zurückhaltung bewegen könnte. Aber das Orakeln finde ich unglaubwürdig.

    2. Die Antwort liegt auf der Hand

      Oder auch nicht.

    3. Beide betonen, dass sich der Status Quo der russischen Nuklearstreitkräfte nicht geändert habe und dass es berechenbare Signale gäbe, wollten Putin den Einsatz solcher Waffen tatsächlich vorbereiten.

      Was heißt das?

  6. Feb 2022
    1. Traurig ist, dass dem Bericht von Amnesty an vielen Stellen zuzustimmen ist.

      Wenn der Bericht offenbar ein politisches Instrument ist und ein Meta-Narrativ verfolgt, wieso dann dieses Eingeständnis? Worin er ihm jetzt zustimmt, das ist ja nichts was sich nicht ohne den Bericht sagen ließe.

    2. guten Absichten

      Welche guten Absichten?

  7. Jan 2022
  8. Dec 2021
    1. The Bundestag flattered itself that it was showing such resolve by passing its resolution condemning BDS without first asking the question: How does the German parliament know that those who seek a boycott of institutions and individuals in Israel in the name of anti-racism are, in truth, anti-Semites?

      Davon abgesehen dass das in der Debatte zentrales Thema war, ist es auch schlichtweg richtig dass der ganze Ansatz hinter BDS antisemitsch ist.

  9. Oct 2021
  10. Nov 2020
    1. Der Raum ist kein diskursiver, oder, wie man sagt, allgemeiner Begriff von Verhältnissen der Dinge überhaupt, sondern eine reine Anschauung. Denn erstlich kann man sich nur einen einigen Raum vorstellen, und wenn man von vielen Bäumen redet, so verstehet man darunter nur Teile eines und desselben alleinigen Raumes. Diese Teile können auch nicht vor dem einigen allbefassenden Räume gleichsam als dessen Bestandteile... vorhergehen, sondern nur in ihm gedacht werden.

      Differenz von reiner Anschauung und reinem Begriff.

  11. Sep 2020
    1. Unter spekulativen Erkenntnissen ... verstehen wir solche, aus denen keine Regeln des Verhaltens können hergeleitet werden, oder die keine Gründe zu möglichen Imperativen enthalten.

      „Nun beruht auf solchen synthetischen, d. i. Erweiterungs-Grundsätzen die ganze Endabsicht unserer spekulativen Erkenntnis a priori […]“ (KrV, B 13) Ist damit nicht die gesamte Transzendentalphilosophie als spekulativ eingeordnet? Synthetische Urteile a priori lassen sich ja nicht erfahren. Wie steht das im Verhältnis zur geforderten absoluten Gewissheit der Urteile? Und leitet er nicht dann gerade doch, anders als hier zitiert, aus spekulativen Erkenntnissen Imperative (den kategorischen Imperativ) ab?

    1. Ihre Beobachtungen zu Tanztheater und Performance sind sehr aufschlussreich. In einem Aufsatz haben sie mal Marina Abramo­vićs Schmerzperformances als »Verklärung der Wurzeln der Vernunft« und als »Regression auf ­einen idealisierten Zustand vor der Genese der Rationalität« ­kritisiert, weil Abramović mit falscher Unmittelbarkeit am Körper den Naturzwang des Menschen wieder beschwört. Nicht nur deshalb. Die esoterische Selbstfindung und Selbstreinigung in ihren Performanceworkshops ist ideologisch aufgeladen. So wie ich es sehe, neigt sie zur Konventionalisierung des Extremen. Da sind oft Tabubrüche Triebfeder des Neuen. Der Performancekunst stehe ich allgemein kritisch gegenüber. Nicht nur Abra­mović verwechselt Nacktheit, Obszönität und Selbstverletzungen als Schocks mit Formbildung in der Kunst. Als ob das ein Publikum automatisch zu mehr sinnlicher Erfahrungsfähigkeit führte, wenn man am Körper ihre Sehgewohnheiten und moralischen Leitlinien bricht. Performance ist da näher an der Kulturindustrie und deren Formen der Erzeugung von Effekten als an ­situativer Reflexion von Erfahrung.
    1. deren "wahres Korrelatum", das "Ding an sich selbst", unerkennbar ist

      Und doch lässt sich kein Gegenstand vorstellen, ohne diese zweite Bedeutung, die außerhalb unserer Anschauung liegt, jedoch gänzlich unbestimmt bleibt.

      Es scheint sich aber nicht bloß um eine logische Leerstelle zu handeln, sondern insofern die Dinge an sich ja uns alle und nicht nur den je Einzelnen affizieren, verweisen sie auf etwas nicht-subjektives.

  12. Aug 2020
  13. Jul 2020
    1. Alexander Kekulé, einer der medienaffinen Topvirologen, denen die deutsche Öffentlichkeit gerade so andächtig lauscht, als befände man sich in einer gigantischen Reprise des Milgram-Experiments, stimmte in den Generalbass der »liberalen Eugenik« (Habermas) ein und warnt gar vor der Preisgabe »unserer« Kultur und Identität, sollte man die Bemühungen, Leben zu retten, allzu ernst nehmen; womit er unfreiwillig vielleicht gar nicht so falsch liegt.

      ha!

    1. wie sie sind

      Und da wir niemals vollkommene (Vollkommenheit ist regulative Idee) Erkenntnis der Dinge haben können (das würde Erkenntnis von allem Mannigfaltigen erfordern), ist dieses wie sie sind sozusagen immer nur eine annäherungsweise, möglichst präzise Auffassung der (empirischen) Dinge an sich, die sicher mit der Zeit verbessern wird aber immer gekoppelt an unsere Anschauung bleibt, also nie an das transzendentale Ding an sich heranreichen?

    1. diese beiden Vorstellungen sind im Objekte, d. i. ohne Unterschied des Zustandes des Subjekts, verbunden

      Aber sie sind doch erst durch die subjektiven Verstandesformen Objekt.

    2. Erkenntnisse bestehen in der "bestimmten Beziehung gegebener Vorstellungen auf ein Objekt".

      Also Synthesis von Mannigfaltigem der Erscheinung und Anschauungsformen/Kategorien zum Objekt (~Begriff vom Gegenstand) die dann auf „gegebene Vorstellungen“ (also in der Erinnerung vorhandene Erfahrung/Erkenntnis) bezogen wird?

  14. Jun 2020
  15. May 2020
  16. Apr 2020
    1. The apartheid system in South Africa and the destruction of Jews in Europe – the latter, though, in an extreme fashion and within a quite different setting – constituted two emblematic manifestations of this phantasy of separation.

      Earlier, Israeli ‚Apartheid‘ was declared to be worse than South African Apartheid, now the latter is linked to the Holocaust (which thus is relativized). Through an alleged ‚phantasy of separation‘, Israeli Politics becomes implicitly (not that implicitly) comparable to the Shoah. This is a very common antisemitic narrative, lacking any understanding of national socialism.

    1. Die Strategie, derartig auf gesellschaftliche Krisentendenzen zu bauen und diese für die eigene Profilierung zu nutzen, ist in den vergangenen Jahren unter dem Namen Populismus diskutiert worden. Zumindest ein Teil der politischen Linken bekennt sich offen zu einer populistischen Strategie. Bei dieser Strategie allerdings wird Krise nicht als eine dauerhafte, sondern immer als eine neue und nie dagewesene verstanden, etwa in der gespielten oder ernsthaften Empörung über die neuesten Verfehlungen des gesellschaftlichen Systems, das in dieser Rhetorik immer erst seit gerade eben völlig abgewirtschaftet hat. Offensichtlich ist der Wunsch hier Vater des Gedankens.
    1. Soweit ich das nach den verfügbaren Berichten angeben kann, gab es den ganzen Januar hindurch und in einigen Fällen bis in den Februar hinein fortwährend direkte Linienflüge von Wuhan nach London, Paris, Rom, New York und San Francisco. Nun, da Covid-19 sich weltweit ausbreitet, haben Sie keine Zeit verloren und den internationalen Verkehr nach China eingeschränkt; Ihr Ansatz war auffallend anders, als Sie die Krankheit zu uns exportiert haben.
    1. Varoufakis stammelt vom Untergang der Europäischen Union. Wir werden alle betroffen sein, selbst die Reichen. Alarmismus, abgeschmackte Bildsymbolik. Völlig unkonkret. Er hält dagegen, was die EU ganz ohne ihn schon vorhat: Eurobonds und nahhaltige Fonds. Und ein BGE.

  17. Mar 2020
    1. Since it was no longer possible to satisfyingly measure labor performance, a permanent grant would provide the only natural response to a measurability crisis, completing the neoliberal dissolution of the waged worker.

      Relation of measurement, grant and dissolution of waged worker?