9 Matching Annotations
  1. Jan 2026
    1. Es ist falsch, weiter darauf zu pochen, dass wir ein gerechteres, rationaleres, ökologischeres und besser allokierendes System aufbauen können, wenn die Kapitalisten doch selbst den Markt nicht mehr in erster Linie als Allokationsinstrument sehen. Sie präsentieren den Markt vielmehr als Mittel, um die Bedürfnisse zu befriedigen, die wir entwickelt haben

      Welche neu produzierten Bedürfnisse könnten wir uns sparen, von deren Befriedigung wir abhängig scheinen?

      Ist das auch eine Frage in der Suffizienzdebatte oder bei Postwachstumsökonomien?

    2. Kapitalisten und Leute wie Friedrich Hayek und Ludwig von Mises, später auch James M. Buchanan, meinten, dass der Markt besser ist als jedes rational gelenkte System. Sie warnten, dass der Sozialismus nur zu Gulags führt und Ressourcen nicht effizient verteilen kann. Eine zentrale Planung würde mit Verschwendung und Ineffizienz einhergehen und das im Markt zirkulierende Wissen – implizit und explizit – könne von den zentralen Planern nicht vollständig erfasst werden, was dann zu schlechteren Ergebnissen führe.
    3. Das hat mit einem Umdenken über die Rolle des Marktes im demokratischen Kapitalismus zu tun. Der Markt wurde neu konzipiert – nicht nur als effektiveres System zur Verteilung von Gütern, sondern auch als System zur Befriedigung der tiefsten Sehnsüchte von individuellen Verbrauchern und Unternehmern. Er ist zu einem politischen System geworden, das es uns ermöglicht, uns zu komplexeren Subjekten zu entwickeln, indem wir ständig neue Produktionstechniken erleben, neue Konsumarten ausprobieren, neue Geschmäcker entwickeln und artikulieren, mit verschiedenen Identitäten experimentieren und sowohl als Verbraucher als auch als Unternehmer ein gewisses Maß an Souveränität über unser Leben ausüben.
    4. Die Rolle des Staates im Kapitalismus besteht darin, den Wettbewerb zwischen Kapitalisten zu regulieren. Ohne die Vermittlung durch den Staat gibt es keine Möglichkeit, diesen Wettbewerb zu ordnen. Und nun haben wir eine Schwächung der Leistungsfähigkeit des Staates, diesen Wettbewerb zu moderieren. Die neuen Kapitalisten ändern die Regeln selbst und erlangen damit eine gewisse Art von Souveränität.
  2. Sep 2025
  3. Dec 2022
  4. Jan 2019
    1. Engels greift in „Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates” vielfach auf Bachofen zurück, um den Nachweis zu führen, dass das Patriarchat ein entscheidender Faktor bei der Entstehung des Kapitalismus war. Für ihn repräsentierte die Entstehung des Patriarchats – das mit der Anerkennung der Vaterschaft, der Entwicklung der monogamen Einehe und dem vererblichen Besitz verbunden war – „die welthistorische Niederlage des weiblichen Geschlechts. Der Mann ergriff nun das Steuer auch im Hause, die Frau wurde entwürdigt, geknechtet, Sklavin seiner Lust und bloßes Werkzeug der Kindererzeugung."