Isabelle Stengers bezieht sich hier auf die Zerstörung des Gemeineigentums am Beginn des modernen Kapitalismus, wie sie von Karl Polanyi und in seiner Nachfolge beschrieben worden ist. Mit der Fragestellung, was sich hieraus für Aktivismus/politisches Engagement lernen lässt, könnte man sagen: Das herkömmliche marxistische Schema geht von einer unausweichlichen Entwicklung aus. Es ist, wie Stengers es nennt, teleologisch. Später spricht Latour von der Modernisierungsfront und bezieht sich damit auf einen ähnlichen Gedanken. Geht man von einem Komplex von mehreren Arten und anderen Akteuren—dem Wald—aus, ist eine solche Teleologie nicht haltbar, denn sie findet auf Kosten anderer Akteure statt und ist damit letztlich für alle zerstörerisch.
Ein Kern dieses ganzen Gesprächs ist die Frage, wie man politisches Engagement begründen kann, ohne in ein totalisierendes, utopisches Fortschrittsdenken zu verfallen. Das utopische, globalisierende Denken gehört zu den Problemen, für deren Lösung es sich hält. Es unterlegt lokale, verantwortbare Aktionen, also die konkrete Geschichte, mit einem umfassenden, ideologischen Bezugsrahmen, der die Durchsetzung von Macht verdeckt. Dagegen fordert Latour explizit die Orientierung am Lokalen, am Boden, der als etwas Heterogenes und nicht Reduzerbares verstanden werden muss.