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  1. Jun 2022
    1. Damit sind ontologisch betrachtet sowohl Reflexion als auch Spontaneität keine sich dem Lebendigenhinzufügenden Kategorien, sondern Prozesse, die während dem Lebendigen selbst stattfinden. D.h.,es ist das Lebendige, das sich reflexiv und spontan in der Existenzweise Mensch oder der Existen‐zweise Tier entfaltet, und nicht der Mensch, der anfängt, reflexiv tätig zu werden, und sich von da ankategorial von anderen Existenzweisen zu unterscheiden beginn

      Reflexion und Spontaneität sind somit keine durch den Menschen initiierten Essenzunterschiede, durch die er sich vom Tier abgrenzt, sondern beides sind Prozesse, die im Lebendigen stattfinden. Der Mensch ist bei der Erfassung dieser Phänomene als Prozesse weniger aktiv - oder ist diese Vorstellung von aktiv sein schon problematisch, weil wir sie fast synonym mit initiativ nutzen?

    2. Es ist Simondons Anliegen, den Menschen in einen umfassenden Bereichdes Lebendigen (le vital) einzubinden, wobei zwar Differenzen zu anderen Lebensformen bestehen,aber keine kategorialen und bewertend-hierarchischen Trennungen mehr möglich sind.

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    1. der mensch und digitalität stehen in einem engen verhältnis zueinander also technik der digitalisierung ist unsinn der digitalität nichts fremdes die menschen sondern sie übersteigt eben die 01:10:12 digitalität diese diesen dualismus von menschen technik oder menschen erschienen wenn digitalität durch den begriff der virtuellen realität bestimmt ist das habe ich habe mehrmals behauptet dann muss auch die anthropologie vom 01:10:24 begriff der digitalität her verstanden werden virtuelle realität wird also als eine dimension existenz weise des menschen sichtbar die in seiner freiheit besteht diese freiheit ist eine freiheit 01:10:37 der virtuellen realität und sie erlaubt es vorhandene und bekannte dinge eine andere weise neu zu realisieren insofern steht digitalität im kontext der ganzen menschheitsgeschichte mit den ersten vor 01:10:51 wissen von virtuellen währungen von muscheln die plötzlich als andere realisierung von geld und nicht mehr nur naturmaterialien gehalten bis hin zu münzgeld und banknoten und so weiter er

      Keine Dualität, keine Dichotomie - Kollektive - sind es virtuelle Kollektive?

    2. das heißt das internet ist immer etwas begrenzt das grenzland was ich abkapselt und das internet ist dieser tendenz entgegen gesetzt das internet tendiert nicht zu abkapselung 00:19:49 so scheint mir wir müssen darüber dann auch genauer diskutieren wenn es um das dort nicht geht sei prinzipiell scheint im internet die tendenz gehe zu wohnen alle möglichen separaten bereichen miteinander in verbindung zu setzen

      Hier sehe ich eine Stärke in dem philosophischen, begrifflichen Ansatz von Jörg Noller. Er geht auf transsubjektive und transzendente Aspekte ein - so kann das über das Bekannte Gehende begriffen werden, ohne dass man gleich den gesamten Humanismus transzendieren müsste.

    1. kurze einblick in den digitalen und man dieses der sich als ein typisch mittelweg zwischen euphorie kann und apocalyptica versteht ich würde kritisch ein bisschen anmerken dass er vielleicht 00:20:39 die neueren entwicklung zu sehr reduziert also tendenziell reduktion ist ist und so was wie virtuelle realität die im agiert auf diesen medien die 00:20:51 nicht mehr nur im sinne von simulationen zu verstehen wie es vielleicht etwas nicht ernst genug nimmt aber prinzipiell ist natürlich immer sehr sinnvoll die menschliche würde bei allen technischen 00:21:03 entwicklung zu behaupten aber ich würde trotzdem sagen technische entwicklung und menschliche würde schließen sich nicht aus sondern kann sie aufeinander beziehen kann die technik sogar als eine erweiterung oder 00:21:15 als eine beförderung der menschlichen würde verstehen

      Kritik an Nida-Rümelin: reduktionistische Tendenz - sehe ich auch so, ich vermute, dass es eine Überbetonung des Menschlichen als ursprünglich Menschliches ist, das zu dieser Tendenz führt und ich glaube, dass Latour hier wirklich helfen kann, indem er sagt: Technische Entwicklung funktioniert im Laufe der Menschheitsgeschichte spiralförmig (Technik X hilft bei Problem X, sorgt aber für Problem Y, dabei hilft die Technik Y, sorgt aber für Problem X1, dabei hilft Technik X1 usw usf. es sind die Übersetzungsprogramme der Techniken, die Inskriptionen und Präskriptionen an Entitäten vermitteln, die sie in Kontexte betten, in denen sie wiederum ihr nun verändertes Programm auf andere richten, wodurch sie Inskriptionen und Präskriptionen fordern, die wiederum den Prozess beeinflussen usw.) Wir lösen die prinzipiellen Probleme der Transhumanisten und die ihrer Fronten mit den Humanisten, indem wir zeigen: Der Mensch lebt immer schon mit anderen Menschen UND Dingen. Es ist immer ein Kollektiv. Ergänzend zu dem Kollektivgedanken von Latour finde ich den Gedanken von Jörg Noller, dass virtuelle Realität etwas Menschliches ist, hilfreich. Der Mensch lebt immer schon in Kollektiven UND in physischer SOWIE virtueller Realität - beides sind grundsätzliche menschliche Eigenschaften, die die Digitalität nicht neu entwirft, sondern in ihrer Rupturhaftigkeit nur mit Schlaglichtern versieht.

      Ich glaube, dass ich einen ähnlichen Gedanken bereits als Notiz bei der Lektüre von Nida-Rümelins Text in Hauck-Thums und Nollers Was ist Digitalität notiert habe.

    1. digitalität ist eine 00:34:35 form von anthropologie warum weil sie auf die virtuelle realität verweist und virtuelle realität ist in meinen augen immer eine dimension des menschen

      virtuelle Realität ist immer ein Aspekt des Menschen, deshalb ist Digitalität eine Form von Anthropologie

  2. May 2022
    1. Die Gesellschaft in ihrergegenwärtigen Gestalt – und wohl seit Jahrtausenden – beruht nicht,wie seit Aristoteles ideologisch unterstellt wurde, auf Anziehung, aufAttraktion, sondern auf der Verfolgung des je eigenen Interesses gegendie Interessen aller anderen. Das hat im Charakter der Menschen bis inihr Innerstes hinein sich niedergeschlagen.

      Diese anthropologische Grundannahme müssten wir uns eigentlich genauer anschauen. Ich glaube, dass - auch aufgrund der Kürze des Beitrags - die Komplexität, inwiefern ein Charakter so zustande kommen konnte, hier etwas unterschlagen wird. Letztlich stört mich eine mir fest erscheinende Zuschreibung von wesentlichen oder natürlichen Elementen des menschlichen Charakters. Ich glaube, Erklärungen, die hinsichtlich natürlicher Merkmale möglichst sparsam und gewissermaßen offen sind (zB keiner mag Leid, alle mögen Glück) und auf der anderen Seite hinsichtlich der Bedingungen einen stärkeren analytischen Blick anstrengen, sind sinnvoller, da sie auch handfester sein können.

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  3. Apr 2022
    1. 2001: Odyssee im Weltraum (Stan-ley Kubrick, GB 1968).

      Gerade hier kann eine Kritik an der Fassadentheorie geübt werden - kommt der Mensch gewalttätig an die Technik? Sind Technik und Gewalt miteinander verbundene Dinge? Untrennbar voneinander und vom Mensch?

    2. Herr der Fliegen (Harry Hook, USA 1990),ein Film, der sich zu Beginn einer Reihe über politische Philosophie anbietet (etwain Bezug auf die Naturzustandslehre von Hobbes), weil in diesem Film bis zu einembestimmten Zeitpunkt die Frage verfolgt wird, was passieren könnte, wenn eineJungengruppe nach einem Flugzeugunglück auf einer einsamen Insel landete

      Dann sollte man aber auch problematisieren, inwiefern die anthropologische Prämisse, der Mensch ist eher schlecht, zutrifft und inwiefern die Fassadentheorie sinnvoll ist - der Mensch ist bloß durch die dünne Fassade der Zivilisation gut?!

  4. Mar 2022
    1. wir sollten die technik nichts als fremdes dastehen als etwas integratives

      Und hier sehe ich einen sich mir förmlich aufdrängenden Anschlusspunkt zu Latours Anthropologie - Wir sind nicht alleine, die Dinge sind unter uns. Das schließt die technischen Dinge unbedingt (hehe) mit ein. Der Mensch ist, weil er Mensch ist, immer ein be-dingtes Wesen. Technik als außermenschliches Phänomen zu verfremden ist tatsächlich eine Entfremdung des Menschen.

      Außerdem habe ich soeben den Gedanken, dass es in dieser oben genannten besonderen anthropologischen Perspektive darum geht, den Blick nicht zu verengen und Emergenzen wahrnehmen zu können. Wie bereits die Fähigkeit zu lesen sich nicht auf die Hirnstrukturen visueller Wahrnehmung (und auf weitere Strukturen und Verhaltensweisen des nicht-schriftlichen Menschen) beschränkt. Evtl. spielt auch die Neuroplastizität eine gewissen Rolle in diesem Geflecht. Letztlich aber ist es wichtig, so denke ich, gedanklich-begriffliche Versperrungen gegen die Emergenzen und kreativen Gebräuche von Strukturen für über die den Strukturen eigentlichen Zwecken hinausgehende neue Zwecke zu sehen, zu dekonstruieren und neue Begriffe zu finden.

    1. 5 I would say that a society in which most people can read and write was once a utopian ideal, and that virtual worlds became important to our species when we first learned to manipulate symbols. Today’s technology may be new, but using media to change (some would say expand) human consciousness at least goes back to forty-thousand-year-old cave paintings.

      yes

    2. As stressed by the primatologist David Pratt Mac, Homo sapiens is the only primate with a sense of pedagogy

      Wilde darauf aufbauende Idee: Lernen und Lehren sind grundsätzliche menschliche Eigenschaften - will der Mensch Mensch sein (unter Zuhilfenahme primatologischer und anthropologischer Erkenntnisse), so muss er sich als Lehrer und als Lerner verstehen.

  5. Jan 2020
    1. L’approche socio-anthropologique est ici privilé-giée

      L'auteur nomme précisément son choix des deux champs d'études à partir desquels il va former son argumentation (Sociologie et anthropologie) et présentés clairement plus bas dans le paragraphe : "D'une part, l'anthropologie...", puis plus loin "D'autre part, la sociologie..." Il évoque donc aussi l'existence d'autres approches possible